So fühlt es sich also an. Die ersten Stunden, in einem neuen Lebensabschnitt. Ich sitze in unserer Hütte auf Bali. Draussen fängt das Gewusel des Tages an. Die Vögel zwitschern, die Grillen zirpen und die Hupen der Motoroller sind ungefähr so unruhig, wie der Herzschlag in mir.
Monatelang habe ich auf diesen Moment hingearbeitet. War völlig gefangen in dem Sog aus Vorbereitung und Vorfreude. Der Vorstellung, wie alles sein wird. Wie sich genau dieser Tag, dieser Moment anfühlen wird. Der erste Morgen. Jetzt ist er da. Und ich mittendrin. Max verschläft ihn. Happy Jetlag.
Die letzten Tage waren eine große Herausforderung. Die letzten Dinge, die zu erledigen waren. Letzte Entscheidungen, die ich treffen musste. Letzte Antworten auf die Frage:
Mache ich das alles richtig?
Doch das Schlimmste, waren die vielen kleinen Abschiede. Jeden Tag Neue. Jeden Tag loslassen: Unsere Abschiedsparty. Maxis letzter Kindergartentag. Die Freunde, die nach und nach zu uns nach Hause kamen, um sich von uns zu verabschieden. Ich kam mir fast vor, wie bei einer Totenfeier, bei der jeder noch einmal das geliebte Familienmitglied sehen mag. Bevor es weg ist. Ziemlich passend habe ich dazu häufig vom Sterben geträumt. Loslassen. Neuanfang.
Auf Bali. In Ubud. Einem Ort, der meiner Anspannung auf die beste Weise entgegen tritt. Versucht den Knoten in meinem Bauch Schritt für Schritt wieder zu entwirren. Ordnung in meine Abschied- und Ankunft Emotionen zu bringen. Mit absoluter Ruhe und Gelassenheit. Einem Lächeln gegenüber kleiner Stolpersteine, die sich am Anfang ganz natürlich in den Weg legen. Es wäre unnormal, wenn nicht. Und mir trotzdem helfen, den Blick auf das Ganze zu richten.
Relax, you`re in Bali…
Grund 1: Die Menschen
Diese kindliche Lachen, diese unglaubliche Hilfsbereitschaft hat mich schon am Flughafen in ihren Bann gezogen. Und bestätigt sich immer wieder aufs Neue.
Gerade am Anfang (und eigentlich immer) ist es wichtig, so oft wie möglich, in lachende Gesichter zu schauen. Und da bist Du auf Bali mit Kind an der richtigen Adresse. Was mir im Vorfeld in Südostasien schon immer gut gefallen hat, wird hier perfektioniert. Ohne Zwang. Herzlichkeit in seiner reinsten Form.

Ubud/ Bali
An dem Abend, an dem wir angekommen sind, waren wir noch eine Kleinigkeit essen. Maxi hat es vor Müdigkeit fast vom Stuhl gehauen. Ich konnte mich noch einigermaßen am Tisch festhalten. Anscheinend dennoch besorgniserregend genug für den Besitzer des kleinen Restaurants.
Wir würden so müde aussehen. Ob wir in der Nähe wohnen und er mir nicht helfen dürfte, Maxi und meine große Wasserflasche nach Hause zu tragen.
Die drei Ecken bis zu unserer kleinen Hütte, habe ich dann zwar noch alleine geschafft. Deutsches Misstrauen reist zumindest am Anfang doch immer noch ein bisschen mit. Aber die Frage hat mich nicht losgelassen. Ich war und bin immer noch gerührt, von so viel ehrlich gemeinter Aufmerksamkeit und Hilfsbereitschaft.
Grund 2: Der Ort
Grün, grün, grün sind alle meine… Reisfelder. Und Ubud liegt mittendrin. Umringt von einer Farbkulisse, die einzigartig ist. 1:1 die Ruhe der Menschen widerspiegelt.

Ubud/ Bali
Die Farbe Grün steht für Entspannung und Zufriedenheit, und wird hier in Ubud seinen Eigenschaften mehr als gerecht. Es ist unglaublich, wie ruhig Maxi und ich werden, wenn wir hinter den Häuserreihen spazieren und einfach nur auf die Felder schauen. Farbtherapie deluxe und das beste Mittel gegen die Nachwehen des Abschiedsschmerzes.

Ubud/ Bali
Wahnsinnig schön sind auch die Häuser der Einheimischen, in deren Vorgärten wir uns schon das ein oder andere Mal verirrt haben, und immer unglaublich freundlich empfangen wurden. Maxi hat dann ein Runde mit den Kindern gespielt, und ich mit den Frauen über balinesische Traditionen gesprochen. Besonders spannend finde ich, das jede Familie einen eigenen Tempel im Haus hat. Dort beten alle gemeinsam zweimal am Tag, und danken für das, was die verschiedenen Götter ihnen ermöglichen. Welch tolles Ritual!
Grund 3: Die Spiritualität
Natürlich ist so eine lange Reise auch immer eine Art Flucht. Da mache ich mir gar nichts vor. Ein Versuch, etwas in sich aufzudecken. Suchen und finden. Gehen um danach bleiben zu können.
Ubud gilt als einer der kreativsten, spirituellsten Orte auf ganz Bali, und genau deshalb habe ich ihn für unseren ersten Monat der Reise ausgesucht.
Natürlich kann es ziemlich nervig sein, wenn an jeder Ecke ein Yoga- und Selbstfindungsstudio aus dem Boden sprießt, und die (westlichen) Besucher mit einem verstrahlten Lächeln über die Straße schweben. In Indien ging mir das Szenario einfach nur auf den Keks. In Ubud ist es anders. Unaufdringlich. Nicht unangenehm.
Eine der größten Yoga Zentren hier ist das Yoga Barn, das direkt im Zentrum von Ubud liegt. Ein wunderschöner Ort zum Yoga machen, Leute treffen und einfach nur abhängen. Maxi findet es prima, weil wir hier auch schon ein paar andere Kinder gefunden haben. Und ich genieße es in vollen Zügen, nach der anstrengenden Zeit der Vorbereitung endlich wieder ein bisschen Ruhe für mich zu haben.
Absolute „win win Situation“ für uns beide…

Ubud/ Bali
Und so werden schon nach ein paar Tagen selbst die vielen hupenden Motorroller zu einer entspannenden Monotonie. Wie mein Herzschlag. So fühlt es sich also an, wenn aus Anspannung Entspannung wird. Schritt für Schritt. Mit allem, was dazu gehört. In einer der besten Kulissen der Welt. Danke Bali, Danke Ubud fürs Ankommen lassen.
Wie sieht Dein perfekter Start in eine Reise aus?
Liebe Janina, vielen Dank für Deinen Blog – super, Du sprichst mir aus dem Herzen und tust, worauf auf ich Lust hätte….. solange machen wir’s halt nur wochenlang am Stück.
Ich bin auch gerade am überlegen, ob wir im Herbst mit unseren zwei nach Bali sollen (4 und 2) – gerne lese ich also mit.
Würde mich sehr freuen, wenn Du auch mal bei mir vorbeischaust – wir haben Einiges gemeinsam ;).
Herzlich, Andrea
<3
Hallo ihr zwei,
eine Rubrik “Fotos” wäre toll!
Und liebe Mama, hau in die Tasten! Es liest sich ganz wunderbar, bitte mehr!
Viele schöne Erfahrungen,
Jennifer
Danke, liebe Jennifer!!! Fotos von uns findest Du auch bei Instagram: https://www.instagram.com/baertimussmit/
Und jetzt hau ich wieder in die Tasten 😉 Ganz liebe Grüße von Bali, wo gerade die Sonne aufgeht…
Super toller Blog! Möchte auch unbedingt wieder da hin. Mit Kindern im schlepptau ist das halt doch immer noch am schönsten, aber auch am schwierigsten .. 🙂
Viel Spaß auf der weiteren Reise!
… eher am Schönsten 🙂 Liebe Grüße!
Liebe Janina,
ich hoffe, euch geht es gut?! Die letzte angekündigte Bärti on air Folge 120 ist noch nicht online.
Ich hab eine kurze Frage an dich, ich reise Anfang März für einen Monat mit meiner 6 jährigen Tochter nach Bali. Ich verzweifeln gerade an der unüberschaubaren Fülle an Unterkünften in Ubud, wo ich gerne starten möchte. Hast du eine schöne Empfehlung für uns beide? Yoga, gesundes Essen in der Nähe wäre toll, ein Pool auch. Ich würde mich wirklich sehr uber eine Nachricht freuen!
Liebe Grüße,
Conny
P.S. Nach 2-jährigem Folgen eurer Reiseabenteuer fehlt was… ;0)